Über Uns

Direkt vor unserer Eingangstür steht standhaft der letzte verbleibende Eckpfeiler des im 18. Jahrhundert fast vollständig abgerissenen und überbauten Nürtinger Schlosses. Es stand neben der Stadtkirche St. Laurentius und verlief L-förmig in Richtung der heutigen Volkshochschule. Das Haus in dem sich unser Café befindet, stand schon zur Zeit des Schlosses - wäre man vor 300 Jahren aus unserem Eingang getreten, hätte man direkt auf das Schloss und den Kirchturm gesehen.

Warum Herzogin?

Das Schloss beherbergte zwischen 1426 und 1698 mehrere Herzoginnen und Gräfinnen, die in Nürtingen ihren Witwensitz hatten:

1426-1442/1444

Gräfin Henriette

von Mömpelgard (Montbéliard)

1551-1564

Herzogin Sabina

von Bayern

1586-1589

Herzogin Anna Maria

von Brandenburg-Ansbach

1591-1633

Herzogin Ursula

von Veldenz-Lauterecken

1498-1524

Markgräfin Elisabeth

von Brandenburg

In Erinnerung an das Nürtinger Schloss und seine Bewohnerinnen könnt ihr bei der Herzogin Nürtingen leckere Heiß- und Kaltgetränke, Kuchen, Drinks und Frühstück genießen.

Herzoginnen und Gräfinnen

Gräfin Henriette von Mömpelgard (Montbéliard)(1426-1442/1444)

  • Schwierige Frau, kehrt gerne die reiche und stolze Erbtochter hervor
  • Ist für das Haus Württemberg eine ungewöhnlich gute Partie (Ländereien, Preziosen, Goldkrone, Goldbecher)
  • Zerstreitet sich mit ihrem Mann und Söhnen, nur ihre Tochter liebt sie über alles
  • Möchte in der Heimat sterben, verlässt das Nürtinger Schloss (wo sie ihr Testament verfasst)

Herzoginwitwe Sabina „das schöne Fräulein von Bayern“ (1551-1564)

  • geb. 24. April 1492 in München
  • † 30. August 1564 in Nürtingen
  • Enkelin von Kaiser Friedrich II.
  • In jungen Jahren eine aufbrausende Frau
  • Größer als die meisten Männer, hat stürmische Ehe hinter sich
  • Nach Scheidung der Ehe (der Handgreiflichkeiten zuvorgingen) flüchtet sie zurück nach Bayern
  • Hatte königliche Hochzeit, bei der eine Woche gegessen wurde und 16.000 Gäste teilnahmen
  • Herzog Ulrich, ihr Ehemann, zeigt Verschwendungssucht die bis zum Staatsbankrott führt
  • Wird gegen Ende des Lebens umgänglich und freundlich, tut viel für die Armen und vergibt große Almosen
  • Stirbt am 30.August 1564 im Nürtinger Schloss an einem Schlaganfall

Herzoginwitwe Anna Maria, Tochter des Markgrafen von Bayreuth (1586-1589)

  • Leicht beeinflussbar, schwankendes Gemüt
  • „Einem Übermaß an Gefühlen stehen nicht die notwendigen Verstandeskräfte gegenüber“
  • Verliebt sich als 10-fache Mutter in einen 22 jährigen und verliert den Verstand, als er sie ablehnt
  • 20.05.1589 erleidet sie in der Morgenandacht einen Schwächeanfall und verstirbt wenig später

Herzogin Ursula (1591-1633)

  • War zur Zeit ihrer Heirat 13 Jahre alt und wird kinderlos mit 21 Jahren Witwe, als ihr Ehemann, Herzog Ludwig, mit 28 Jahren stirbt
  • Sie heiratet nie wieder und hinterlässt keine Nachfahren
  • Zeigte den Nürtingern, das Mildtätigkeit keine schroffe Herrschsucht ausschließt
  • Hinterlässt testamentarisch 600 Gulden für Bedürftige (sofern sie nicht „faullenzerisch und verschwenderisch sind“)
  • Wird im Dreißigjährigen Krieg durch Kaiserliche Dragoner, vornehmlich Kroaten, misshandelt und verletzt, über die Leichen geschleift und das Schloss wird geplündert
  • Sie wird nach Esslingen gerettet, kehrt aber bald nach Nürtingen zurück, wo sie am 5.03.1635 verstirbt

Markgräfin Elisabeth von Brandenburg(1498-1524)

  • Geb.: 29.11.1451; Ansbach
  • Gest.: 11.3.1524
  • Frau des schrecklichen Eberhard, bezieht nach dessen Absetzung und Verbannung das Nürtinger Schloss
  • Bürgerschaft huldigt ihr
  • Historiker sagt über sie: „Sie war sehr dicke und tat der Stadt viel Gutes“
  • Verordnete nach ihrem Ableben eine Spende an die Armen (und für über 2000 Seelenmessen)
  • 26 Jahre auf dem Schloss
  • Sie erschien so sehr mit der Stadt Nürtingen assoziiert, dass sie in der berühmten Zimmerischen Chronik durchweg «die Herzogin von Nürtingen» genannt wurde.

Herzogin Maria Dorothea Sophie von Öttingen(1690 - 1698)

  • Von ihr ist wenig bekannt
  • Letzte Herzogin, die ihren Wittwensitz in Nürtingen verbringt
  • Witwensitz ist von nun an das Kirchheimer Schloss

Herzog Eberhard Ludwig

  • 1734 Bewohnt für 4 Tage das Nürtinger Schloss, 30 Nürtinger zur Wache herangezogen
  • 1738: Die Bilder und Gemälde im Nürtinger Schloss werden abgehängt und nach Ludwigsburg gebracht
  • 1743: Erbprinzessin Henriette Marie, Witwe von Erbprinz Friedrich Ludwig, nimmt kurzfristig im Schloss Quartier. Einrichtung lässt sehr zu wünschen übrig, für den Besuch sind zunächst Betten ins Schloss zu holen, Dienerschaft schläft außerhalb
  • 1750: Ein großer Teil der durch den größten Stadtbrand obdachlos gewordenen Nürtinger kann im Schloss untergebracht werden

Das Nürtinger Schloss